Die Geister die ich rief…

Stefan Pohl verkündete in der letzten Woche seinen Austritt aus der FDP Kreistagsfraktion. Als Grund hatte er das mangelnde Umsetzen liberaler Politik durch Fraktion und Partei angeführt, sowie dass die FDP im Kreis sich «immer nur mit der Sicherung von Posten, Funktionen und Ämtern» beschäftige.

Was soll man nun davon halten? Erstmal, dass er damit vollkommen recht hat. Jedoch mutet es doch etwas merkwürdig an, dass die Kritik ausgerechnet von ihm kommt…

Versetzen wir uns zurück ins Jahr 2004. Der damalige Kreisvorstand unter Claus-Hinrich Neuenhoff, die Ortsverbände Düren, Jülich, Linnich schlugen als Kandidaten für die Spitzenkandidatur Herrn Dr. Heinrich Kranke vor. Er trat für eine liberale Politik und einen Unabhängigkeitskurs der FDP (vor allem gegenüber der mit absoluter Mehrheit regierenden CDU) an. Oder kurz: er wollte das, an dem es der FDP Kreistagsfraktion aus Sicht von Herrn Pohl heute fehlt.

Die Mehrheit war knapp. Mit einer Stimme Vorsprung setzte sich der Fraktionsvorsitzende Rudi Frischmuth bei der Wahl zum Spitzenkandidaten durch. Auch wenn es eine geheime Wahl war, so lässt sich doch vermuten, dass der FDP Ortsverband Nörvenich und damit auch ein Herrn Pohl, für Herrn Frischmuth gestimmt hat. War es doch zwischenzeitlich zur Lieblingsbeschäftigung dieses Ortsverbandes geworden dem damaligen Kreisvorstand das Leben zur Hölle zu machen…

Nun verlässt der Mann die FDP Kreistagsfraktion, die er doch in dieser Konstellation erst mit möglich gemacht hat. Bedauern braucht man den Austritt jedenfalls nicht, ein Verlust für den Liberalismus ist er ebenfalls nicht. Es zeigt lediglich eine gewisse Einsicht und erneut die Tatsache, dass Rudi Frischmuth eine Fraktion nicht zusammen halten kann. Seien wir mal gespannt, ob die Partei 2009 die Konsequenzen daraus zieht. Nötig wäre es auf jedenfalls.

Die nächste „Sensation“ des Postengeschacher-Gegners und DKB-Aufsichtsratsmitglieds Pohl ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Abtrünnigen der SED*-Kreistagsfraktion Ernst Rabe will er sich zur „Freien Liste“-Fraktion zusammenschließen. Ihr Fraktionsmitarbeiter ist niemand anderes als ein bekennender Kommunist. Wer glaubte, Stefan Pohl ginge es wirklich um die liberale Sache, sollte spätestens jetzt Lügen gestraft sein.

Wer als angeblicher Liberaler gemeinsame Sache mit Kommunisten macht, hat nichts mehr in einer sich als liberal definierenden Partei zu suchen und schon gar nichts an der Spitze der Kreisdürener Jungliberalen.

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*Ich glaube die Partei nennt sich derzeit „Die Linke“, aber so oft wie sie ihren Namen ändert, kann man da nicht sicher sein, und bleibt lieber beim Ursprungsnamen.

Linnich, 1.12.2007

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