Für eine eigenständige FDP

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla ließ der FDP zum 60. Geburtstag schriftlich eine Koalitionsaussage für die Bundestagswahl zu kommen. Jetzt rudert die CDU zurück. Man wolle sich nicht einengen und breitere Wählerschichten ansprechen. Richtig so.  Nur die FDP bleibt stur und will nur mit der CDU. Vorerst.

Man muss ja ehrlich zu geben, dass was in der letzten Zeit in der SPD so abgeht macht es einem nicht gerade leicht für eine Öffnung der FDP zur SPD zu sprechen – oder auch nur für eine eigenständige FDP. Programmatisch kann man auch nicht argumentieren, denn bei der SPD weiß man derzeit nicht so recht wofür sie steht. Oder um es anders auszudrücken, wer für die SPD steht. Ist es der Seeheimer Kreis oder die Netzwerker, so wird es vermutlich nicht sonderlich schwer sein Gemeinsamkeiten zwischen SPD und FDP zu finden – oder ist es die Parteilinke, dann wirds schwer und man kann gleich nach Gemeinsamkeiten mit der LINKE.SED suchen.

Auch wenn es schon aus mathematischen Gründen im nächsten Jahr nicht für SPD/FDP reichen wird (wobei, man weiß ja nie),  es gibt keinen Grund sich als 10% +x-Partei jemandem zu versprechen bevor der Wähler entschieden hat. Die FDP hat es nicht mal nötig. Sicherlich das Parteiprogramm muss etwas aufgemöbelt werden, sozialer werden, aber im Großen und Ganzen kann sich das Programm der FDP sehen lassen. Im Vergleich zu den Programm der Konkurrenz erst recht.

Das Personal der FDP ist auch besser als es in der Öffentlichkeit meist dargestellt wird. Westerwelle hat dazu gelernt, und wenn er das einhält was der derzeit außenpolitisch von sich gibt, dann wird er ein guter Außenminister. Rainer Brüderle hat schon in Rheinland-Pfalz bewiesen, dass er ein Land auf wirtschaftlichen Erfolgskurs bringen kann. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger steht für Standfestigkeit, Liberalität und Bürgerrechte, wie derzeit kaum einer. In Bayern hat sie bewiesen, dass man sogar die CSU dazu bekommt übertriebene sicherheitspolitische Aktionen rückgängig zu machen, oder wenigstens liberaler zu gestalten. Das Argument liberale Gesellschaftspolitik kann man ja wegen CDU/CSU nicht durchsetzen zieht nicht mehr.

Programm gut, Personal gut.  Warum also nicht endlich mal dafür werben? Die CDU hat es erkannt, eine Koalitionsaussage vor der Wahl schmälert die Wählerschichten ein. Die FDP kann mehr Wählerinnen und Wähler ansprechen, als frustrierte CDU-Wähler (und auch frustrierte SPD-Wähler). Sie muss nur mit einem liberalen Geist und liberalem Personal für liberale Programmatik werben.

Die FDP ist mehr als das Anhängsel der CDU,  die FDP ist nicht Teil des so genannten bürgerlichen Lagers, sondern des liberalen Lagers und das sitzt in der Mitte. In der Mitte zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten.  Die FDP kann mehr als 10-13% erreichen, wenn es will und bereit ist dafür zu kämpfen.  5-10% mögen bequemer und einfacher sein, aber ab mit 15%+x kann man deutlich mehr gestalten. Es ist machbar, man muss nur wollen – und nicht aufgeben, wenn man nicht gleich aus dem Keller ins Dachgeschoss zieht, sondern noch auf zwei Etagen einen Zwischenstopp machen muss.
_____
F.A.Z.:  FDP irritiert: „Die Union weiß nicht, was sie will“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s