Datenschutz vs. Schließanlage

Sowas gibts wohl nur in der Kommunalpolitik. Da diskutiert man über Sinn, Zweck und Finanzierung einer neuen Schließanlage für das Rathaus und landet am Ende bei einer Diskussion über den Datenschutz.

Die neue Schließanlage speichert, welcher Mitarbeiter/Politiker, wann welchen Raum auf- bzw. abgeschlossen hat. Damit ist es durchaus möglich entsprechende Bewegungsprofile zu erstellen.

Auf meine Nachfrage hin musste Bürgermeister Witkopp eingestehen, dass natürlich Hacker sich Zugriff auf die Daten verschaffen könnten. Dass die Daten nur dann verwendet werden, wenn es einen konkreten Vorfall (Diebstahl o.ä.) gäbe, beruhigt mich keineswegs. Dass der Datenschutzbeauftragte bei der Datensammelwut überhaupt keine Probleme sah, finde ich mehr als bedenklich. Normalerweise springen Datenschutzbeauftragte bei solchen Themen im Dreieck.

Es gibt übrigens eine sichere Methode, dass Hacker (oder auch staatliche Behörden) nicht an die Daten kommen: man erhebt/speichert diese Daten einfach nicht!

Durch das anlasslose Speichern der Daten von Mitarbeitern und Stadtverordneten werden diese unter einem kriminellen Generalverdacht gestellt. Ich hätte mir da – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung – etwas mehr Sensibilität erwartet.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s