Linnich

Linnich ist meine Heimat. Hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich Zuhause. Schon als Kind war ich fasziniert von der Geschichte der Stadt. Aus einem kleinen Fronhofverband wuchs eine prächtige Stadt mit blühender Wirtschaft. Linnichs Geschichte ist aber ebenso voll von Fehlentscheidungen und Niederlagen. Unsere Vorfahren verzichteten darauf, dass die Bahnlinie Aachen-Mönchengladbach durch Linnich geführt wurde. Heute kämpfen wir verzweifelt um eine Anbindung an Baal.

In den letzten Jahrzehnten hat die Entwicklung Linnichs stagniert oder war rückläufig. Immer mehr Geschäfte schließen, die Infrastruktur verkommt und der Schuldenberg wächst stetig weiter. Einer der Gründe liegt in der kommunalen Neugliederung. Dreizehn Orte wurden zur neuen Stadt Linnich, zumindest formal. In den Köpfen der meisten Politiker bestehen die Grenzen aber noch heute. Sie wollen oder können nicht verstehen, dass wir eine Stadt sind und dass das Wohl einer Ortschaft der gesamten Stadt nutzt. Deshalb bräuchten wir nicht Alles in dreizehnfacher Ausführung. Kann man einer Ortschaft nicht etwas gönnen, ohne dafür gleich eine Kompensation zu fordern – und das auch noch ohne die Finanzierung zu klären? Dass ein Parkplatz in der einen Ortschaft mit neuer Weihnachtsbeleuchtung in allen Ortschaften ausgeglichen wird, kann man eigentlich niemanden erzählen. Aber das ist Realität in Linnich.

Wir haben so viel Potential, wir nutzen es nur nicht. Partikularinteressen, persönliche Feindschaften im Rat, die seit Jahrzehnten gepflegt werden, fehlende politische und personelle Führung, behindern Linnichs Entwicklung.

Linnich braucht eine Politik, die das Wohl der gesamten Stadt im Blick hat. Eine Politik, die jungen Menschen/Familien eine Perspektive in dieser Stadt gibt. Der demographische Wandel trifft vor allem den ländlichen Raum. Wir werden älter, was gut ist, aber eine Stadt braucht junge Menschen, ihre Kreativität, ihr anderes Denken und ihr Engagement.

Wenn wir immer weiter Linnichs Schulden nach oben treiben, die Infrastruktur vernachlässigen und nicht dafür sorgen, dass Linnich für Unternehmen, Dienstleister u.ä. attraktiv wird, dann haben wir den Wettbewerb um die jungen Menschen schon verloren.

Schuldenabbau ist kein Selbstzweck. Mehr Schulden bedeuten weniger Chancen für die kommende Generation. Wir müssen das Problem jetzt angehen. Dazu ist ein neues Denken notwendig. Wir müssen uns verabschieden von der Kirchturmspolitik, von dem „das haben wir schon immer so gemacht“ und dem „das kann man den Bürgern nicht erklären“. Wer dem Bürger seine Politik nicht erklären kann, sollte seine Freizeit vielleicht im heimischen Garten, aber nicht im Rat verbringen. Die Bürger sind keineswegs so dumm, für die sie mancher Politiker hält. Man muss sich die Zeit nehmen Politik zu erklären. Die Aufgabe des Politikers ist es, wie Walter Scheel einmal völlig richtig anmerkte, das Richtige zu tun und des dann populär zu machen.

Alleine durch Sparmaßnahmen werden wir den Haushalt nicht sanieren können. Dafür sind die Belastungen durch Kreis, Land und Bund zu groß. Mit immer höheren Steuern belasten wir Bürger und Unternehmen. Wir brauchen nicht höhere Steuern, sondern mehr Steuerzahler. Wirtschaftspolitik, Wirtschafts- und Tourismusförderung findet in Linnich bisher nicht statt. Das müssen wir ändern. Linnich muss attraktiv werden für Unternehmen. Wir müssen uns aber auch aktiv um die Akquise neuer Unternehmen kümmern; alleine werden sie Linnich nicht auf der Landkarte finden.

Das Rathaus muss Dienstleistungszentrum für die Bürger sein, aber auch ein Ort an dem über die Entwicklung der Stadt konzeptionell nachgedacht wird. Neben den klassischen Verwaltungsaufgaben brauchen wir einen Aufgabenbereich für Wirtschaft und Stadtentwicklung, der sich mit konzeptioneller Stadtentwicklung, klassischer Bauleitplanung, Wirtschaftsförderung, Tourismus, Stadtmarketing, Standort- und Projektentwicklung, Digitale Agenda (u.a. Breitbandausbau) Leerstand von Geschäftslokalen und Einzelhandel befasst. Mit Ausnahme der Bauleitplanung und des Breitbandausbaus, alles Themen, die bisher keine Rolle spielen und für die niemand zuständig ist. Daher ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass Linnich in diesen Bereichen ein massives Defizit aufweist.

Linnich muss aus seiner Lethargie erwachen. Ich bin in die Politik gegangen, um etwas zu verändern, etwas zu bewirken und in Linnich gibt es viel zu tun. Mich zereißt es innerlich, wenn ich den Zustand meiner Heimat sehe, wenn ich erlebe wie führende Politiker versuchen, alles was dieser Stadt nützen könnte, zu blockieren. Diese Politik hat Linnich nicht verdient. Linnich braucht einen Neuanfang. Möglich machen, können dies aber nur die Wähler; im nächsten Jahr bei der Ratswahl und 2015 bei der Wahl zum Linnicher Bürgermeister.

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wk14Linnicher Weihnachtskiste

Die Linnicher Weihnachtskiste für unsere Asylbewerber entstand auf Initiative von Michaela Körffer. Gemeinsam mit ihr und Hans Körffer habe ich die Aktion organisiert. Zum Weihnachtsfest 2014 spendeten vielen Linnicher Bürger Weihnachtskisten für die in Linnich ansässigen Asylbewerber. Daneben sind auch Geldspenden zusammengekommen, die in die Sprachförderung der Kinder fließen. Während andernorts gegen Menschen in Not demonstriert wurde, haben die Linnicher ein Zeichen für eine offene Gesellschaft, für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt. Ich bin stolz Bürger dieser Stadt zu sein.

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