Indeland: Landrat entsorgt Konkurrenten

Wie aus der Presse zu entnehmen ist wurde Jens Bröker, zweifacher SPD-Landratskandidat, von CDU-Landrat Spelthahn als „indeland“-Geschäftsführer durchgeboxt. Indeland erhält damit erstmals einen hauptamtlichen Geschäftsführer – bezahlt von der Sparkasse.

Die Tatsache eine finanzschwere Gesellschaft zu professionalisieren und auch die Wahl von Bröker mögen zunächst durchaus nachvollziehbare Entscheidungen sein. Auf dem zweiten Blick aber wirkt das ganze jedoch wie eine politische Schmierenkomödie mit einer gehörigen Portion Klüngel.

Für Landrat Spelthahn bot sich die Möglichkeit einen Konkurrenten auf einen gut dotierten Posten abzuschieben. Für Bröker, bislang als Parteigeschäftsführer beruflich tätig, dürfte es eine nicht unangenehme ‚Beförderung’ gewesen sein. Man könnte es auch so ausdrücken: CDU-Landrat entsorgt seinen SPD-Konkurrenten mit einem hoch bezahlten Posten in einer kommunalen Entwicklungsgesellschaft. Damit degeneriert „indeland“ zur Versorgungsanstalt für ausgediente Politiker und unliebsame Konkurrenten.

Daran mag man sich schon fast gewöhnt haben, ein transparentes Verfahren ist das jedoch nicht. Die Stelle des Geschäftsführers wurde (nach Medienberichten) nicht ausgeschrieben. Bei einer offenen Ausschreibung hätte sich schließlich auch jemand bewerben können, der sich aus beruflicher Erfahrung mit Stadtentwicklung/-planung, Baurecht und Tourismusförderung auskennt.

Bis hierhin gestaltet es sich jedoch wie ein ‚übliches’ Verfahren im politischen Betrieb. Nicht ganz sauber, aber man hat sich daran gewöhnt. Viel kritischer ist die Finanzierung durch die Sparkasse zu sehen. Man muss schon hinterfragen, ob es der Sparkasse wirklich so gut geht, dass sie für andere Unternehmen mal so eben den Geschäftsführer (150 T€) finanzieren kann – und selbst wenn, stellt sich die Frage, ob man das Geld nicht hätte sinnvoller anlegen bzw. investieren, oder einfach den Kunden mit niedrigeren Kontoführungsgebühren etwas hätte ‚zurückgeben’ können. Bei dieser Summe kann man auch nicht mehr von einer Beihilfe für in Not geratene Politiker sprechen, also stellt sich die Frage nach dem Warum. Dass Landrat Spelthahn Vorsitzender des Sparkassenverwaltungsrats ist und Herr Bröker dessen Mitglied, macht die ganze Sache doch reichlich unappetitlich und überprüfenswert.

 

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